Rollladen im Neubau: KNX, verkabelt oder Funk?
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Ob Sie im Neubau bei Ihren Rollläden auf KNX, eine klassische 230-Volt-Verkabelung oder Funk setzen, entscheiden Sie de facto nur einmal: Solange die Wände offen sind, kostet zusätzliche Verkabelung wenige Euro Material und Arbeitszeit, danach reißt niemand mehr eine fertige Wand für ein Kabel auf. Klassisch verkabelt bleibt die günstigste Basis, die sich jederzeit per rund 26 Euro teurem Shelly-Relais nachrüsten lässt; KNX rechnet sich vor allem im Paket mit einem ohnehin geplanten Smart Home; Funk passt am ehesten zu kleinem Budget oder zum Anbau ohne offene Wände.
KNX, klassisch verkabelt oder Funk: die drei Architekturen ehrlich verglichen
Bei KNX führt ein Buskabel zu jedem Fenster; ein zentraler Jalousieaktor im Verteiler steuert von dort mehrere Rollläden gleichzeitig, meist über ein 8-fach-Modul wie den MDT JAL-0810M.02, wie ihn Elektro-Fachhändler etwa bei Voltus listen. KNX ist herstellerübergreifend genormt, seit Jahrzehnten im Einsatz und läuft komplett ohne Cloud – die Logik programmieren Sie einmal über ETS, danach braucht das System kein Internet mehr. ROLLVO liefert dafür ausschließlich Motor und Rollladen; Aktorik, Busplanung und Programmierung übernimmt ein Elektroplaner oder Systemintegrator.
Klassisch verkabelt heißt: eine 230-Volt-Leitung plus Wandschalter zu jedem Rollladenkasten, wie es der kabelgebundene ROLLVO-Elektromotor (119 bis 215 Euro Aufpreis) voraussetzt. Das ist heute dumm, aber smart-bereit für immer – ein rund 26 Euro teures Shelly-Relais hinter dem Schalter macht daraus später, ganz ohne neue Verkabelung, einen app- und Matter-fähigen Rollladen, wie wir im Ratgeber zur Smart-Nachrüstung zeigen. Kein Hersteller-Lock-in, keine Bus-Programmierung nötig.
Funk braucht gar keine Steuerleitung – der Motor funkt direkt mit Fernbedienung oder App, im ROLLVO-Konfigurator ab 169 bis 289 Euro Aufpreis, solarbetrieben ab 279 Euro. Das macht Funk zur mit Abstand günstigsten Lösung beim Verkabeln, bindet Sie aber an das Ökosystem des Herstellers, an dessen Hub sowie an Batterie- oder Solarwartung. Matter deckt seit Version 1.5 (November 2025) zwar mehr Rollladen-Funktionen ab, läuft in der Praxis aber weiterhin meist über eine Bridge, nicht nativ im Motor.
Was kostet KNX für den Rollladen wirklich?
Eine seriöse Pauschale gibt es hier nicht: Die Preise für 8-fach-Jalousieaktoren unterscheiden sich je nach Hersteller – MDT, ABB, Gira, Siemens, Jung – spürbar, ein belastbares Angebot bekommen Sie nur projektbezogen vom Systemintegrator. Zur groben Einordnung: Vergleichbare KNX-Mehrkanal-Aktoren, etwa 24-fach-Schaltaktoren, liegen laut einem Marktvergleich des Elektroplanungsportals smartest-home.com bei rund 350 bis 600 Euro pro Modul – ein Anhaltspunkt für die Größenordnung von KNX-Mehrkanal-Aktorik, wobei Jalousieaktoren je nach Ausstattung davon abweichen können. Hinzu kommen die Busleitung, eine eigene KNX-Spannungsversorgung im Verteiler sowie die Programmierung durch einen Systemintegrator, die üblicherweise nach Aufwand statt pauschal abgerechnet wird. Wer ohnehin einen Elektroplaner für ein komplettes Smart Home beauftragt, verteilt diese Fixkosten auf viele Gewerke; wer KNX nur für die Rollläden will, trägt sie fast allein.
Der Rat, den jeder Elektriker geben sollte: Leerrohr zu jedem Rollladenkasten
Unabhängig davon, für welche Architektur Sie sich am Ende entscheiden, gilt eine Empfehlung, die für alle drei sinnvoll ist: Ziehen Sie in der Rohbauphase ein Leerrohr mit eigener Zuleitung zu jedem Rollladenkasten – auch dann, wenn Sie heute nur Funk oder noch gar keine Automatisierung planen. Elektroplanungsportale wie smartest-home.com empfehlen genau das für die gesamte Elektroinstallation: Leerrohre und passende Unterputzdosen mitverlegen, damit die Installation „auch noch viele Jahre später auf dem aktuellsten Stand bleibt" und später genutzt werden kann. Der Grund ist simpel: Ein leeres Rohr kostet in der Rohbauphase, wenn die Wand ohnehin offen ist, nur wenige Euro Material und Arbeitszeit. Nachträglich, an fertig verputzten und tapezierten Wänden, wird aus derselben Leitung eine Stemmarbeit mit Handwerkerrechnung im dreistelligen Bereich pro Fenster. Entscheiden Sie sich im Neubau für Funk, ziehen das Leerrohr aber trotzdem mit, halten Sie sich die Tür zu KNX oder klassischer Verkabelung offen, ohne heute dafür zu bezahlen.
Kostenvergleich pro Fenster: KNX, klassisch verkabelt, Funk
Die folgende Übersicht stellt ausschließlich verifizierte ROLLVO-Zahlen den qualitativ beschriebenen KNX-Kosten gegenüber:
| Architektur | Kosten pro Fenster | Zusätzlich nötig | Elektriker |
|---|---|---|---|
| KNX | Aktor- und Motorkosten projektabhängig, siehe oben | Busleitung, Verteiler-Spannungsversorgung, ETS-Programmierung durch Systemintegrator | Ja |
| Klassisch verkabelt | 119–215 € Aufpreis Elektromotor, optional +26 € Shelly später | Wandschalter, 230-V-Zuleitung | Ja, nur für den 230-V-Anschluss |
| Funk | 169–289 € Aufpreis, Solar-Funk ab 279 € | Fernbedienung oder App, ggf. Hersteller-Hub | Nein |
Nicht in der Tabelle enthalten: Montage, Zeitsteuerung (ab 28 €) und Sonnensensor (ab 87 €, BAFA-relevant) – diese Posten fallen bei allen drei Architekturen zusätzlich an.
Welche Architektur passt zu Ihnen?
- Sie planen ohnehin ein komplettes Smart Home: KNX rechnet sich im Paket, weil sich Bus, Spannungsversorgung und Programmierkosten auf viele Gewerke verteilen – nicht nur auf die Rollläden.
- Sie sind unsicher oder budgetfokussiert: Verkabeln Sie klassisch und rüsten Sie bei Bedarf später mit einem Shelly-Relais nach. Sie zahlen heute nur die Grundverkabelung und entscheiden die Smart-Frage, wenn Sie sie wirklich beantworten können.
- Sie bauen einen Anbau, haben ein kleines Budget oder keine Wände offen: Funk spart die Verkabelung komplett und ist die einzige realistische Option ohne Stemmarbeiten.
Was hat das mit der BAFA-Förderung zu tun?
Unabhängig von der gewählten Architektur gilt für die BAFA-Förderung „Sommerlicher Wärmeschutz" dieselbe Voraussetzung: gefördert wird eine automatische, sensorgesteuerte Beschattung, kein manuell bedienter Rollladen. Ob Sie diese Automatik über KNX, ein Shelly-Relais oder eine Funk-Zentrale umsetzen, spielt für den Zuschuss keine Rolle – ein Sonnensensor ab rund 87 Euro erfüllt die Voraussetzung bei allen drei Architekturen gleichermaßen. Details zu Fördersätzen und Antragsweg lesen Sie im Beitrag zur BAFA-Förderung für Rollläden. Steht bei Ihnen ohnehin gerade die Fensterplanung an, lohnt zusätzlich ein Blick in Neue Fenster geplant? Rollladen jetzt mitdenken, weil sich beide Entscheidungen im Neubau meist überschneiden.
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